Zyklusernährung

Lutealphase: Was du vor deiner Periode essen kannst

Es ist 21 Uhr. Das Abendessen ist längst vorbei, und trotzdem stehst du vor dem Küchenschrank. Eigentlich willst du gar nichts Bestimmtes, nur irgendwas. Und wenn du dann zur Schokolade greifst, kommt gleich das schlechte Gewissen hinterher.

Wenn dir das in den Tagen vor deiner Periode bekannt vorkommt, bist du in bester Gesellschaft. In meinem Beitrag Dein Zyklus als Kompass habe ich dir schon gezeigt, wie deine Hormone durch den ganzen Monat wirken. Heute bleiben wir bei der Woche vor deiner Periode und schauen ganz praktisch: Was kannst du essen, wenn es sich gerade schwer anfühlt?

Warum diese Tage anders sind

In der zweiten Zyklushälfte braucht dein Körper tatsächlich etwas mehr Energie. Kurz vor der Periode sinken dann deine Hormone wieder ab, und das spürst du oft an Stimmung, Schlaf und Bauch. Dein Hunger ist in dieser Zeit also kein fehlender Wille, sondern ein ganz echtes Signal.

Drei Momente, die du vielleicht kennst

Das Tief am Nachmittag

Gegen 16 Uhr ist die Luft raus, und der Griff in die Kekspackung liegt nah. Oft steckt dahinter einfach, dass mittags zu wenig auf dem Teller war.

Was dir guttun kann: Plane in diesen Tagen bewusst eine richtige Zwischenmahlzeit ein. Ein Vollkornbrot mit Hummus, ein Joghurt mit Nüssen oder ein Apfel mit Mandelmus halten dich viel länger bei Laune als etwas Süßes allein.

Abends vor dem Schrank

Der Tag war lang, du bist müde, und eigentlich suchst du gar kein Essen, sondern Trost.

Was dir guttun kann: Ein warmes, sättigendes Abendessen mit Kartoffeln, Linsen oder Vollkornnudeln. Und wenn danach die Lust auf Schokolade bleibt: Nimm dir ein Stück, setz dich hin und genieß es wirklich. Das ist kein Ausrutscher, sondern Fürsorge.

Aufgebläht und schnell gereizt

Die Hose zwickt, der Bauch fühlt sich voll an, und deine Geduld ist kürzer als sonst.

Was dir guttun kann: Warme Mahlzeiten wie Suppen und Eintöpfe sind jetzt oft angenehmer als Rohkost. Lebensmittel mit Magnesium und Kalzium, zum Beispiel Haferflocken, Kürbiskerne, Joghurt oder Grünkohl, werden häufig mit weniger Spannungsgefühl in Verbindung gebracht. Und schau einmal, ob dir in diesen Tagen weniger Kaffee besser bekommt.

Deine kleine Einkaufsliste für die Woche vor der Periode

Wenn du ein paar Dinge im Haus hast, musst du an müden Tagen nicht lange überlegen:

  • Rote Linsen oder ein Glas Kichererbsen
  • Kürbis, Süßkartoffeln oder Kartoffeln
  • Haferflocken
  • Naturjoghurt oder Quark
  • Eine Tüte Kürbiskerne oder Mandeln
  • Eine gute dunkle Schokolade

Aus Kürbis und roten Linsen wird übrigens im Handumdrehen eine wärmende Suppe, genau das Richtige für diese Tage.

Wann du genauer hinschauen solltest

Leichte Beschwerden vor der Periode sind normal. Wenn diese Tage aber regelmäßig so schwer sind, dass dein Alltag oder deine Beziehungen darunter leiden, sprich bitte mit deiner Frauenärztin. Dahinter kann zum Beispiel eine Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) stecken, über die ich in meinem Beitrag Aus PCOS wird PMOS geschrieben habe. Wir arbeiten dann gern Hand in Hand.

Zum Schluss

Du musst die Tage vor deiner Periode nicht irgendwie überstehen. Sie dürfen langsamer, wärmer und gemütlicher sein. Such dir diesen Monat eine einzige Sache aus, vielleicht die Zwischenmahlzeit am Nachmittag oder die Suppe am Abend, und schau, was sich verändert.

Wenn du dir Begleitung wünschst, die genau zu deinem Zyklus passt, unterstütze ich dich gern in meiner Ernährungsberatung zur Zyklusernährung, online oder persönlich.

Quellen

Milena Wynhoven
Milena Wynhoven

Sportwissenschaftlerin (M.A.), lizenziert im Ernährungsbereich und Yoga-Lehrerin. Gründerin von Karma & Karotten.

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